Next step "Rassismuskritische Öffnung"

Warum die interkulturelle Öffnung nicht ausreicht

Bild: aej

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Die Auseinandersetzung mit den eigenen Privilegien ist eine Grundlage für die rassismuskritische Öffnung. Für jede*n Einzelne*n, aber auch für Jugendverbände ergibt sich hieraus eine Chance um herauszufinden: Zu wem können wir, zu wem können Jugendverbände durch Offenheit und Reflexivität in der Konzeption rasissmuskritischer Ansätze werden?

Seit vielen Jahren arbeiten Jugendverbände im Sinne einer interkulturellen Öffnung an einer Stärkung der vielfältigen (religiösen) Jugendarbeit. Die rassismuskritische Öffnung legt nun den Fokus noch mehr auf die Reflexion des eigenen Handelns und Verhaltens. Jugendverbände und ihre Mitglieder werden aufgerufen, es zu einem unabdingbaren Teil ihres Selbstverständnisses zu machen, sich mit den Funktionsweisen von Rassismus zu beschäftigen. Ziel ist dabei, unbewusste Hürden für Menschen mit Rassismus- und Antisemitismuserfahrungen abzubauen und so bewusst die Realität der Migrationsgesellschaft einzubeziehen.

Eine Aufgabe für… jede*n Einzelne*n

Im Prozess, eine rassismuskritische Öffnung zu wagen, gilt es für eine*n jede*n, sich selbst zu fragen: Wie ist meine gesellschaftliche Positionierung? Welche Rollen nehme ich wann, wo und wie ein? Welche Privilegien habe ich? Teile ich diese Privilegien und wenn ja, mit wem? Welche Teilhabebereiche sind für mich selbstverständlich und warum? Wem stelle ich welche Fragen, wem nicht und warum? Wem fühle ich mich warum überlegen? Was gehört zu meiner Normalität und was ist für mich selbstverständlich?

Eine Aufgabe für… den Jugendverband

Ähnlich wie die individuelle Beurteilung von Fragen zu Teilhabemöglichkeiten ist auch für Jugendverbände der Zeitpunkt gekommen, das eigene rassistische Wissen sowie verinnerlichte Handlungsweisen und ausschließende Wirkungen von Strukturen der Jugendverbandsarbeit noch kritischer zu reflektieren. Wer wird mitgedacht, wenn von einem „Wir“ gesprochen wird? Wessen Positionierung, Erfahrungen und Lebenswelten werden damit nicht berücksichtigt? Was bedeutet die Einbettung in rassistische Strukturen für die Arbeit von Jugendverbänden, wenn sie dem Anspruch genügen möchten, die Interessen aller Jugendlichen in Deutschland zu vertreten?

Rassismuskritische Öffnung in der aej

In der Zusammenarbeit mit vielfältigen (religiösen) Jugendverbänden beschäftigt sich die aej bereits seit einigen Jahren Projektbasiert mit den Themen Diskriminierung, Rassismus und Interkulturelle Öffnung. Zuletzt erarbeiteten die Beteiligten am Projekt „JETZT erst recht! Religiöse Jugendverbände gestalten Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft“ das Statement „Religiöse Jugendverbände gegen Rassismus“. Die Grundforderung: Ein kritisches Hinterfragen, Thematisieren und aktives Bearbeiten von Rassismus sollte in der alltäglichen Kinder- und Jugendarbeit zum Standard werden.


Kontakt

Doris Klingenhagen
Referentin für Inklusion, Migration und Vielfalt
Onna Buchholt
Projektleiterin für Kompetenznetzwerk Prävention Islam- und Muslimfeindlichkeit
Franziska Vorländer
Projektleiterin für Kompetenznetzwerk Prävention Islam- und Muslimfeindlichkeit

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Das Kompetenznetzwerk bündelt wir Expertise zum Themenfeld Islam- und Muslimfeindlichkeit und antimuslimischem Rassismus und stellt diese Expertise Bildung, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zur Verfügung. Das Ziel: antimuslimischen Rassismus in der Gesellschaft abbauen.

www.kompetenznetzwerk-imf.de

Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus

Die BAG K+R setzt sich dafür ein, dass Kirchen und kirchliche Einrichtungen als Orte für demokratische Alltagskultur und Durchsetzung der Menschenrechte in ihrer Unteilbarkeit fungieren und in einer inklusiven Gesellschaft für die gleichberechtigte Teilhabe aller handeln.

www.bagkr.de

Netzwerk interkultureller Jugendverbandsarbeit und –forschung

Im NiJaf haben sich Jugendverbände, ihre Dachorganisationen und Arbeitsgemeinschaften, Vereine junger MigrantInnen, Wissenschaft und Politik zusammengeschlossen, um die Jugendverbandsarbeit bei ihrer interkulturellen Öffnung zu unterstützen.

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