Sozial-ökologische Transformation

Icons mit den 17 UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung

Wer will, kann es wissen: Mit ihren massiven Eingriffen ins Erdsystem setzt die Menschheit ihre eigenen Lebensgrundlagen aufs Spiel. Die Kosten des verschwenderischen Konsums zahlen heute schon die Menschen in den am meisten verwundbaren Regionen, am Ende aber wir alle. Transformation - ein grundlegender Wandel muss sofort eingeleitet werden: Es geht um die Menschenrechte und Überlebenschancen für alle.

Was bedeutet Transformation?

Klimawandel, Ernährungskrise, Rohstoffknappheit, Umweltzerstörung und Finanzkrise - ein ganzes Paket von Krisen macht deutlich: Es kann nicht weitergehen wie bisher. Will sich die Menschheit nicht ihrer Lebensgrundlagen auf der Erde berauben, braucht es die Abkehr von unbegrenztem Wirtschaftswachstum, das die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen und der Biosphäre missachtet.

Das Ziel der sozial-ökologischen Transformation ist eine Kultur der Nachhaltigkeit, die "eine Kultur der Achtsamkeit (aus ökologischer Verantwortung) mit einer Kultur der Teilhabe (als demokratische Verantwortung) sowie mit einer Kultur der Verpflichtung gegenüber zukünftigen Generationen (Zukunftsverantwortung)" verbindet. So heißt es bereits 2011 im Positionspapier des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen.

„Wir können die erste Generation sein, der es gelingt, die Armut zu beseitigen, ebenso wie wir die letzte sein könnten, die die Chance hat, unseren Planeten zu retten.“

Ban Ki Moon (ehemaliger UN-Generalsekretär, 2015)

Transformation: Schwerpunkt evangelischer Kinder- und Jugendarbeit

Auf ihrer 130. Mitgliederversammlung macht die aej Transformation zum Schwerpunktthema. In ihrem Beschluss appelliert sie an die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Kirche, endlich den grundlegenden gesellschaftlichen Wandel einzuleiten und fordert: "Die Evangelische Jugend tritt für eine Postwachstumsgesellschaft und Solidarische Ökonomie ein, für eine Gesellschaft, in der die Politik dafür sorgt, dass die Wirtschaft den Menschen dient, nicht umgekehrt."

Darüber hinaus setzt sich die aej Ziele für die eigene Arbeit - vom politischen Engagement bis hin zur Schaffung von Räumen für junge Menschen, in denen sie einen transformativen Lebensstil kennenlernen und erproben können.


Die aej fordert ein Lieferkettengesetz

Um die sozial-ökologische Transformation voranzutreiben, spricht sich die 131. aej-Mitgliederversammlung für ein Lieferkettengesetz aus und unterstützt die Initiative Lieferkettengesetz sowie deren Forderungen.

Ein Lieferkettengesetz nimmt Unternehmen in die Pflicht. Das heißt, sie müssen die Verantwortung für Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden tragen, die sie verschuldet haben oder zu denen sie beitragen. Die Initiative Lieferkettengesetz ist ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis, das von der Bundesregierung fordert, noch in dieser Legislaturperiode ein Gesetz zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht von Unternehmen in ihren Auslandsgeschäften zu beschließen.


Transformation braucht starke Netzwerke

Die Herausforderung ist groß. Deshalb braucht es ein starkes Netzwerk zivilgesellschaftlicher Organisationen. Neben ihrem wichtigsten Partner Brot für die Welt arbeitet die aej im Ökumenischen Prozess "Umkehr zum Leben - den Wandel gestalten" mit, dem sie im Juni 2020 beitritt. Von dieser kirchlichen Initiative sind die entscheidenden Impulse für ein christlich motiviertes Engagement für die Transformation ausgegegangen.

Darüber hinaus steht die aej im kontinuierlichen Austausch mit dem Nachhaltigkeitsreferat der Evangelischen Kirche in Deutschland, German Watch und anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren. Außerdem unterstützt die Evangelische Jugend die Anliegen der Bewegung "Fridays For Future" und das Bündnis Klimastreik.


Dossier

Nachhaltige Entwicklung

Seit ihrem Bestehen ist die aej entwicklungspolitisch aktiv und versteht nachhaltige Entwicklung als konstitutives Element evangelischer Kinder- und Jugendarbeit


Eine Werkstatt für den Wandel

Sozial-ökologische Transformationist eine große Herausforderung. Mit einer Vielzahl von Projekten und Aktivitäten ist die aej bereits auf dem Weg - von der plastikfreien Sitzung bis zur öko-fairen Beschaffung auf Freizeiten und internationalen Jugendbegegnungen, vom Transformationsworkshop bis zur Klimakonferenz.

Damit künftig noch mehr Kultur der Nachhaltigkeit drin ist, wo Transformation draufsteht, braucht es die Anstrengungen aller in der Evangelischen Jugend. Die aej-Werkstatt Transformation im Format der Videokonferenz ist ein wichtiges Instrument zum gegenseitigen Austausch von Erfahrungen und konkreten Ideen wie zu Vernetzung. Die 1. aej-Werkstatt Transformation am 25. Juni 2020 stößt auf großes Interesse. Die Teilnehmer*innen erörtern Möglichkeiten, den Transformationsbeschluss mit Leben zu füllen und signalisieren unmissverständlich: Wir brauchen eine Plattform für den regelmäßigem Austausch.

Ab sofort wird die Werkstatt zweimal im Jahr in digitaler Form angeboten und hat am 22. Oktober 2020 zum zweiten mal stattgefunden. Die 3. aej-Werkstatt Transformation wird im Mai 2021 stattfinden. Sobald der Fachkreis für Nachhaltige Entwicklung auf seiner konstituierenden Sitzung den Termin festgelegt hat, informieren wir an dieser Stelle und per Einladung.


Materialien zum Thema

Das Thema vertiefen: Links zu wichtigen Impulspapieren und Materialien



Kontakt

Dr. Veit Laser
Referent für Bildung für nachhaltige Entwicklung
Heike Bartsch
Assistentin für Bildung für nachhaltige Entwicklung