Europäisches Solidaritätskorps

Das europäische Solidaritätskorps ermöglicht die Förderung von europäischen Freiwilligendiensten, Workcamps und sogenannten Solidaritätsprojekten. Die Solidaritätsprojekte sind eine hervorragende Möglichkeit europäische Fördermittel auf einfache Weise für die lokale Ebene oder für einzelne Projekte zu nutzen.

Blick auf das Parlamentarium in Brüssel
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Ziel des Europäischen Solidaritätskorps'

Das Europäische Solidaritätskorps ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, das speziell auf die Förderung junger Menschen ausgerichtet ist. Dabei ist es die Hauptzielsetzung des Programms, Solidarität innerhalb der Europäischen Union zu fördern. Zudem möchte das Programm dazu beitragen jungen Menschen neue Erfahrungen zu ermöglichen und sie bei der Entwicklung eigener Fähigkeiten und Kompetenzen unterstützen. Das Europäische Solidaritätskorps ist noch immer ein relativ junges europäisches Förderprogramm, da es erst im Jahr 2018 ins Leben gerufen wurde. Im Bereich Freiwilligendienste ist es das Nachfolgeprogramm zum Europäischen Freiwilligendienst aus Erasmus+ (EVS).

Die Aktionen

Im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps sind grundsätzlich verschiedene Arten von Aktivitäten förderfähig. Um mehr Übersichtlichkeit im Programm zu gewährleisten, ist das Europäische Solidaritätskorps in drei verschiedene Teile, sogenannte „Aktionen“, unterteilt. Für Antragstellende aus der evangelischen Jugend sind in erster Linie die Aktionen eins und zwei von Interesse. Hier können Maßnahmen für und mit jungen Menschen bis zum 30. Lebensjahr beantragt werden.

In Aktion 1 des Europäischen Solidaritätskorps sind verschiedene Arten von Freiwilligendiensten im Ausland (alleine oder in der Gruppe) und Workcamps, sowie Praktika und Arbeitsstellen förderfähig.

Aktion 2 beinhaltet die sogenannten „Solidaritätsprojekte“. Dabei handelt es sich um kleine Projekte, die sehr gut für Akteure auf der lokalen Ebene oder kleinere Projekte geeignet sind. Solidaritätsprojekte funktionieren im Gegensatz zu den anderen Formaten auf nationaler Ebene. Bei einem Solidaritätsprojekt schließen sich Gruppen von mindestens fünf Jugendlichen zusammen, um sich in ihrem direkten Umfeld für einen guten Zweck zu engagieren. Die Initiative und Durchführung soll von den jungen Menschen selbst kommen, sie können gegebenenfalls von einer Organisation bei der Antragstellung unterstützt werden.

Darüber hinaus bietet das Europäische Solidaritätskorps auch noch Aktion 3 zur Antragstellung. Sie umfasst das Humanitäre Hilfskorps der EU, das bisher ein eigenständiges EU-Programm war. Im Rahmen des Humanitären Hilfskorps können ausgebildete Helfer*innen zum Beispiel in akute Krisengebiete innerhalb und außerhalb der EU entsandt werden, um hier humanitäre Hilfe zu leisten. Da diese Aktion einen sehr speziellen Zuschnitt hat, kommt sie für Antragstellende aus der evangelischen Jugend in der Regel nicht in Frage. Deswegen wird in der Folge nicht weiter auf diese Fördermöglichkeit eingegangen.

Was ist förderfähig?

Da das Europäische Solidaritätskorps ein Förderprogramm ist, dass sehr verschiedene Fördermöglichkeiten unter einem Dach vereint, kommt es bei der Frage, was eigentlich förderfähig ist, sehr darauf an, in welcher Aktion ein Antrag gestellt werden soll.

Soll ein Antrag in Aktion 1 gestellt werden braucht man neben der eigenen Organisation noch eine weitere Organisation für das Projekt. Diese muss aus einem anderem europäischen Land stammen. Für den Teilbereich Freiwilligentätigkeiten können Partner aus den EU-Mitgliedstaaten und einigen europäischen und außereuropäischen Länder kommen. Für den Teilbereich Praktika und Arbeitsplätze kommen nur Partner aus anderen EU-Mitgliedsstaaten in Frage.

Für ein Projekt in der Aktion 2 (Solidaritätsprojekte) werden keine europäischen Partner benötigt. Hier sollen Projekte auf der lokalen/regionalen Ebene gefördert werden. Sie brauchen lediglich einen europäischen Bezug. Dieser ist zum Beispiel gegeben, wenn sich ein Projekt mit einem Thema wie Umwelt, Digitales oder Flucht und Migration beschäftigt, da diese Themen auch wichtige Prioritäten der Europäischen Union sind.

Diese und alle weiteren wichtigen Details für die Antragstellung, wie zum Beispiel die Fördersätze oder die Anforderungen, denen Projekte entsprechen müssen, um eine Förderung erhalten zu können, finden sich im Programm Guide zum Europäischen Solidaritätskorps.

Förderformate

  1. Gefördert wird der individuelle transnationale Freiwilligendienst, der jungen Menschen Einblicke in die tägliche Arbeit einer Organisation im Bereich Solidarität (Einsatzgebiete z.B. Umweltschutz, Klima, Migration, soziale Inklusion) ermöglicht.

  2. Soziales Engagement in Gruppen im Ausland, insbesondere für junge Menschen mit geringen Chancen.

     

  3. Internationale Workcamps die sich mit einem bestimmten jährlich wechselnden Thema beschäftigen; Antragstellung zentral über die Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur.

  4. Transnationales Vollzeitpraktikum bei einer sozialen Organisation, das von Trainings und Seminaren begleitet wird (das Gehalt kann nicht durch das Programm finanziert werden).

  5. Transnationale Vollzeitarbeitsstelle bei einer sozialen Organisation, die von Trainings und Seminaren begleitet wird (das Gehalt kann nicht durch das Programm finanziert werden).

  6. Eine Gruppe junger Menschen bearbeitet selbstständig ein konkretes Thema mit einem lokalen/regionalen Bezug sowie einem europäischen Mehrwert, um im eigenen Land nachhaltig vor Ort ein Problem zu bearbeiten; Projekte sind rein national durchführbar.

  7. Freiwilligendienst für ausgebildete Kräfte im Bereich humanitäre Hilfe.

Weitere Informationen

Wichtige Links


Die nationale Agentur „Jugend für Europa“

Um EU-Förderprogramme für Bürger*innen zugänglicher zu machen, hat die Europäische Kommission für einige Förderprogramme eine Reihe sogenannter Nationaler Agenturen geschaffen. Sie sind unter anderem für die Beratung von Antragstellenden oder die Genehmigung von Förderanträgen zuständig.

Die zuständige deutsche Nationale Agentur für die Beantragung von Fördermitteln des Europäischen Solidaritätskorps ist „Jugend für Europa“. Sie hat ihren Sitz in Bonn. Zu ihren Aufgaben zählt es unter anderem, Antragstellende zu beraten, über das Programm zu informieren, den Bewilligungsprozess zu organisieren und die sachgemäße Programmdurchführung sicherzustellen. Antragstellende können sich im Vorfeld zum Beispiel mit konkreten Fragen an die Agentur wenden.

Kontakt:

Jugend für Europa
Godesberger Allee 142-148
53175 Bonn
Internet: www.jugendfuereuropa.de

Für zentral verwaltete Projektaufrufe:

Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur
European Commission
Education Audiovisual and Culture Executive Agency
1049 Brüssel
Belgien
Internet: www.eacea.ec.europa.eu

 

Veranstaltungen

    1. EU-Förderseminar für Neueinsteiger*innen

      Das aej-Infoseminar zu europäischen Fördermitteln für die evangelische Jugendarbeit soll Neueinsteiger*innen einen ersten Überblick über die europäische Förderlandschaft vermitteln. Wichtige europäische Förderprogramme für die evangelische Jugendarbeit werden vorgestellt.

Kontakt

Dorothee Ammermann
Referentin für Europäische Jugend- und Bildungspolitik
Marianne Malten
Assistentin für Europäische Jugend- und Bildungspolitik
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