Worum ging es bei „Marmelade für alle“?
In vielen ländlichen Regionen bleiben Obst und andere Lebensmittel ungenutzt, während gleichzeitig über Lebensmittelverschwendung und steigende Kosten für gesunde Ernährung diskutiert wird. „Marmelade für alle“ setzte hier an: Kinder und Jugendliche sammelten überschüssige Früchte, klärten die Nutzung vor Ort und verarbeiteten sie gemeinsam zu Marmeladen, Säften und anderen Produkten. Die Aktionen verbanden praktisches Tun mit Fragen von Konsum, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit.
Unterstützt wurde „Marmelade für alle“ von Brot für die Welt und dem Verband Christlicher Pfadfinder*innen. Beide Partner verband mit dem Projekt das Ziel, junge Menschen für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln und globale Zusammenhänge zu sensibilisieren.
Ein augenzwinkernder Verweis auf die kulturelle Bedeutung von Marmelade:
Ein weiser Bär hat stets ein Marmeladen Sandwich unter seinem Hut versteckt - nur für den Notfall.
Paddington Bär
Warum eignet sich das Projekt als Praxisbeispiel?
Viele Elemente des Projekts lassen sich leicht an andere Kontexte anpassen – etwa gemeinsames Sammeln, Kochen oder Weitergeben von Lebensmitteln, kombiniert mit Bildungs- und Austauschformaten. Umfang und Ausgestaltung können dabei den jeweiligen Möglichkeiten vor Ort angepasst werden.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie evangelische Jugendarbeit im ländlichen Raum wirken kann:
- niedrigschwellig und mit vorhandenen Ressourcen
- regional verankert und gemeinschaftlich organisiert
- bildend durch praktisches Erleben
- offen für unterschiedliche Altersgruppen und Akteur*innen
- gut übertragbar auf andere Orte und Themen
Damit steht „Marmelade für alle“ stellvertretend für viele ähnliche Ansätze in der Jugendarbeit.
Die Erfahrungen aus dem Projekt machen deutlich: Nachhaltige Bildungsarbeit gelingt besonders dann, wenn junge Menschen selbst aktiv werden können. Ländliche Räume bieten dafür viele Anknüpfungspunkte – von regionalen Ressourcen bis zu gewachsenen sozialen Netzwerken. Projekte wie „Marmelade für alle“ stärken Gemeinschaft, fördern Verantwortungsübernahme und eröffnen Gespräche über gesellschaftliche Fragen.
Zur Kampagne sind umfangreiche Materialien entstanden, darunter die Marmeladenfibel mit Rezepten, Anleitungen und Hintergrundinformationen sowie weitere Aktions- und Gestaltungsmaterialien. Diese können weiterhin als Anregung für eigene Projekte genutzt werden.
Lebensmittel wertschätzen – Impulse, Initiativen und Projekte
Lebensmittelverschwendung, fehlende Wertschätzung für Nahrung und der Verlust regionaler Bezüge sind zentrale Herausforderungen unserer Zeit. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Initiativen, Projekte und Kampagnen, die genau hier ansetzen: Sie machen Ursachen sichtbar, regen zum Umdenken an und zeigen konkrete Handlungsoptionen auf. Die folgenden Beispiele bieten Informationen, Inspiration und praktische Ansätze für einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln – und können auch für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wertvolle Impulse geben.