Pressemitteilung 8/2023: Kürzung des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP) bedroht die Zukunft junger Menschen

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Pressemitteilung 8/2023

Kürzung des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP) bedroht die Zukunft junger Menschen

Im Koalitionsvertrag vereinbarten die Regierungsparteien noch eine bedarfsgerechte Ausstattung des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP). Doch der Entwurf für den Bundeshaushalt 2024 sieht nun das Gegenteil vor: Das zentrale Instrument der Förderung von Jugendarbeit und Jugendhilfe soll um 44,6 Millionen Euro (18,6 Prozent) gegenüber dem Vorjahr gekürzt werden.

Ausgerechnet am Weltkindertag, dem 20. September 2023, berät im Bundestag der Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend den Haushaltsentwurf 2024 mit den geplanten Kürzungen. Sollten diese Kürzungen so kommen, werden sie die Angebote für Kinder und Jugendliche empfindlich in ihrer Substanz treffen. Zwar wachsen die Anforderungen an die Kinder- und Jugendarbeit stetig an. Mit den geplanten Kürzungen, mit abnehmenden Ressourcen werden sie zunehmend nicht erfüllt werden können. Politische Bildungsarbeit wird geschwächt, was bei aktuellen politischen Herausforderungen nicht nachvollziehbar ist. Die Partizipationsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen werden eingeschränkt, und ein Rückgang von Leistungen und Personal ist kaum zu verhindern.

Wichtige Aufgaben, wie die sozial-ökologische Transformation, Inklusion, Digitalisierung, Gesundheitsförderung und Armutsbekämpfung können nicht nachhaltig fortgeführt werden. Sichere Räume für die Persönlichkeitsentwicklung werden wegbrechen. Das lässt die Zukünfte von Millionen junger Menschen platzen.

Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) appelliert an die Bundestagsabgeordneten, den Haushalt im parlamentarischen Verfahren dringend zu überdenken und die Kürzungen zurückzunehmen. Denn die sind kurzsichtig, davon ist aej-Generalsekretär Michael Peters überzeugt: "Wir müssen jetzt in die Zukunft junger Menschen investieren und nicht die Axt an das wichtigste Förderinstrument anlegen. Wir dürfen die Zukunft unserer jungen Generation nicht verspielen. Der KJP muss gestärkt und bedarfsgerecht ausgestattet werden, damit Jugendverbände die drängenden Herausforderungen unserer Zeit bewältigen können. Nur so können wir sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche die Unterstützung erhalten, die sie verdienen. Nur so können sie in einer gerechten und solidarischen Gesellschaft aufwachsen."

Wie wichtig eine funktionierende Jugendarbeit und eine gut strukturierte und vernetzte Jugendverbandsarbeit für die Gesellschaft sind hat sich nicht zuletzt in der Corona-Pandemie gezeigt. Tausende ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeiter*innen waren für junge Menschen da, um die sich sonst niemand gekümmert hat.

Bildungsarbeit, Räume, Schulungen und Freizeiten kosten Geld. Die Energiekrise und Inflation verschärfen die Lage. Es hilft aber nicht, am falschen Ende zu sparen. Deshalb fordert die aej die Bundesregierung auf, ihre selbst gesetzten Verpflichtungen zu erfüllen und die notwendigen Rahmenbedingungen für eine kontinuierliche und verlässliche Finanzierung der Jugendarbeit und der Jugendhilfe zu schaffen.

Um die Bundesregierung an ihre Versprechen zu erinnern und um die Kürzung des KJP zu verhindern, hat der Deutschen Bundesjugendring in einem breiten Bündnis bundeszentraler Träger der Kinder- und Jugendhilfe zu einer Demonstration am Mittwoch, den 20. September 2023, um 10:30 Uhr, ab Berlin Hauptbahnhof, aufgerufen. Die aej unterstützt die Demonstration, wird sich beteiligen und ruft dazu auf, sich anzuschließen.

Hannover, den 19. September 2023
Martin Weber
Zeichen: 3.485

Die aej vertritt als Dachorganisation die Interessen der Evangelischen Jugend in Deutschland auf Bundesebene. 32 Mitgliedsorganisationen und acht außerordentliche Mitglieder arbeiten hier zusammen. Unter dem Leitbild Orientierung an Christus – Vielfalt als Chance – Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen prägt Evangelische Jugend den persönlichen Glauben an Gott, verwirklicht Gerechtigkeit zwischen Menschen, Geschlechtern und Generationen und zeigt Wege in eine Welt voller Vielfalt auf. Evangelische Jugend schafft Räume für die Partizipation junger Menschen in Kirche, Politik und Gesellschaft und beteiligt sich an allen Entscheidungen, die junge Menschen betreffen.

 

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