aej-Pressemitteilung 7/2022: „Zusammen ? Geht doch!“ Praxis Inklusion in der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit.

Drei fröhliche Jugendliche auf einem Fußweg. Davon ein Mädchen sitzend im Rollstuhl.

Foto: Johannes Hübner, Evangelische Jugend Sachsen

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„Zusammen ? Geht doch!“ Praxis Inklusion in der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit.

„Zusammen? Geht doch!“ ist ein neues fünfjähriges Modellprojekt der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) zur Inklusion von jungen Menschen mit Behinderungen. Durch enge Kooperationen der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit mit Trägern der Behindertenhilfe will die aej ihre inklusive Arbeit stärken und neue Impulse erhalten. Finanziert wird das Projekt durch die Aktion Mensch Stiftung. Projektpartner*innen sind vier evangelische Träger in Chemnitz (SA), Essen (NRW), Wesel (NRW) und Wilhelmsdorf (BW) und die Träger der Behindertenhilfe vor Ort, darunter die Diakonie, die Zieglerischen e.V., die Stadtmission und die Lebenshilfe e.V. Die Standorte repräsentieren ein vielfältiges Bild der Kinder- und Jugendarbeit. Sie liegen im ländlichen Raum und bieten Gruppentreffen und Freizeiten an oder es sind offene Jugendtreffs in einer Großstadt. Sie alle arbeiten nun mit Trägern der Behindertenhilfe vor Ort zusammen. Gemeinsam entwickeln sie in den nächsten fünf Jahren Freizeit- und Engagementangebote, die von Menschen mit und ohne Behinderung besucht werden können. Um nachhaltige inklusive Arbeit zu ermöglichen werden zudem Mitarbeitende mit und ohne Behinderung in gemeinsamen Jugendleiter*innen-Ausbildungen (Juleica) und in Ausbildungen zu Assistenzkräften geschult.

Inklusion ist als Menschenrecht in der UN-Behindertenrechtskonvention verbrieft. Jeder Mensch hat das Recht, das eigene Anderssein zu leben, als Individuum akzeptiert zu werden und umfassende Teilhabe an der Gesellschaft zu erhalten. Mit der aktuellen Reform des Kinder- und Jugendhilferechts ist die Kinder- und Jugendarbeit zudem aufgerufen „die Zugänglichkeit und Nutzbarkeit der Angebote für junge Menschen mit Behinderungen sicherzustellen“. Diesen Auftrag nehmen die aej und die Behindertenhilfe an und suchen zusammen nach mehr inklusiven Gestaltungsprinzipien. Gottes Schöpfung ist bunt und vielfältig und seine Liebe schließt alle Menschen ein. Evangelische Kinder- und Jugendarbeit ist offen für alle jungen Menschen. „Diesen grundlegenden Selbstanspruch gilt es immer wieder einzulösen und die Herausforderungen anzunehmen“, bekräftigt aej-Generalsekretär Michael Peters deshalb auch zum Projektstart. „Die Förderung der Aktion Mensch Stiftung ermöglicht in diesem Projekt neue Wege und Erfahrungen im Zusammenwirken mit der Behindertenhilfe. Wir setzen darauf, dass die öffentlichen Fördergeldgeber diesen inklusiven Weg in Zukunft absichern“, so Peters weiter.

Projektleiterin Pia Kuhlmann ist gespannt auf die neuen Möglichkeiten und Erkenntnisse, die das Projekt „Zusammen? Geht doch!“ eröffnet: „Wir werden bereits jetzt Bausteine einer inklusiven Jugendarbeit entwickeln. Damit erhält die Kinder- und Jugendarbeit vor Ort zeitnah Methoden, Schulungsbausteine und Erfahrungswerte. So werden wir die Jugendarbeit sichtbar verändern.“

Aktuelle Informationen zum Projekt erhalten Sie unter www.aej.de/zusammen-geht-doch.

Hannover, 10. Juni 2022
Martin Weber
Zeichen: 3.033

Die aej vertritt als Dachorganisation die Interessen der Evangelischen Jugend in Deutschland auf Bundesebene. 33 Mitgliedsorganisationen und neun außerordentliche Mitglieder arbeiten hier zusammen. Unter dem Leitbild Orientierung an Christus – Vielfalt als Chance – Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen prägt Evangelische Jugend den persönlichen Glauben an Gott, verwirklicht Gerechtigkeit zwischen Menschen, Geschlechtern und Generationen und zeigt Wege in eine Welt voller Vielfalt auf. Evangelische Jugend schafft Räume für die Partizipation junger Menschen in Kirche, Politik und Gesellschaft und beteiligt sich an allen Entscheidungen, die junge Menschen betreffen.

 

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