#Wählerisch - Forderung: Flucht & Migration
Am 9. Juni ist Europawahl. Auf dieser Seite findest Du eine Forderung der aej an die Europapolitik. Weitere Forderungen findest Du über den Link am Seitenende. Informiere Dich und sei am 9. Juni #Wählerisch!
"Zurückschubsen war noch nie die Lösung. Gegen die Festung Europa, für Menschenwürdige Asylpolitik"
Schon von klein auf lernen wir, dass ein gemeinsames Miteinander das beste Miteinander ist. Wenn wir offen aufeinander zugehen und einander helfen, können wir das beste Leben für alle rausholen. Was wir in der Praxis sehen ist: Statt dem Hinhalten einer helfenden Hand, werden Flüchtende an unseren Außengrenzen durch sogenannte Push Backs zurückgeschubst. Damit nicht genug, sterben jährlich tausende Menschen beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren. Und die EU schaut zu. Seenotrettung funktioniert nur noch durch NGOs und selbst diese werden durch die Mitgliedsstaaten der EU in ihrer Arbeit behindert. So starben nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration seit 2014 über 20.000 Flüchtende direkt vor der Haustür der EU. Und diejenigen, die es in Flüchtlingscamps an den europäischen Grenzen schaffen, erleben statt einer menschenwürdigen Asylpolitik, körperliche und psychische Gewalt sowie menschenunwürdige Zustände in Geflüchtetenlagern. Damit muss Schluss sein! Wir wollen nicht in einer Festung Europa leben, sondern in einer Gemeinschaft, die Menschen in Not hilft und aufnimmt.
Dabei ist das Thema Flucht und Migration nicht neu. Schon immer haben Menschen ihre Heimat verlassen und sich auf die Suche nach einer neuen Heimat gemacht. Flucht und Migration ziehen sich durch unsere Menschheitsgeschichte. In der Bibel wird das Thema Flucht immer wieder aufgegriffen. Auch dort erleben Menschen Zurückweisung und ein Fremdheitsgefühl. Zeitgleich fordert Gott von Einheimischen immer wieder, die Fremden in Nächstenliebe aufzunehmen und sie zu behandeln wie Freunde, nicht wie Feinde.
„Wenn ihr in eurem Land seid und ein Fremder bei euch lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. Wie einen Einheimischen sollt ihr den Fremden ansehen, der bei euch lebt. Du sollst ihn lieben wie dich selbst. Denn im Land Ägypten seid auch ihr Fremde gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott.“ (Levitikus 19,33f)
Als Jugendverband legen wir unser Augenmerk vor allem auf Jugendliche und Kinder. Diese leiden am stärksten auf der Flucht. Sie sind schutzlos, viele von ihnen sind traumatisiert. Wir sehen unsere Aufgabe darin, geflüchteten Kindern und Jugendlichen einen sicheren Ort zur Selbstentfaltung zu bieten. Wir möchten ihnen Halt geben und sie darin unterstützen, in unserer Gesellschaft anzukommen. Dies können wir jedoch nur tun, wenn auf europäischer Ebene der Grundstein dafür gelegt wird.
Wir fordern, dass die EU Verantwortung übernimmt und die Seenotrettung auf dem Mittelmeer vereinfacht. Wir fordern eine offene Haltung gegenüber Flüchtenden. Wir wollen ein Europa, in dem alle Menschen ein menschenwürdiges Leben führen können. Ohne zurückschubsen, mit Nächstenliebe.
Mehr Hintergrundinformationen zu dem Thema findest du in folgenden Beschlüssen der aej und des DBJR:
Beschlüsse und Positionen
- DBJR-Position: Uneingeschränkte Solidarität mit den nach Europa flüchtenden Menschen leben!
- DBJR-Position: LEBEN retten! Seenotrettung im Mittelmeer sicherstellen und solidarische Flüchtendenpolitik endlich umsetzen.
- Migration, Integration und die Evangelische Jugend - Beschluss der 113. aej-Mitgliederversammlung 2003
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Förderung
Diese Projekt wird durch Mittel des Kinder- und Jugenbdplans des Bundes, durch das EU-Förderprogramms Erasmus+ Jugend und über das European Youth Forum durch Mittel des Europarats gefördert.