Klimagerechtigkeit

Von einer Klimawahl ist die Rede. Tatsächlich: Vom Ausgang Bundestagswahl hängt ab, wie die Politik künftig die Weichen stellt. Hinkt sie den Klimaschutzzielen hinterher oder schlägt sie den Weg zu konsequentem Klimaschutz ein? Längst entscheiden sich viele junge Menschen für einen klimafreundlichen und gerechten Lebensstil. Aber vor allem braucht es gesellschaftliche Rahmenbedingungen für die grundlegende Abkehr von einem Wirtschaftsstil, der auf Kosten der Umwelt und der sozialen Gerechtigkeit geht. All das jetzt und sofort. Denn die Zeit drängt, wie diese Seite deutlich macht.

Foto von einer Demo für den Klimaschutz

Foto: pixabay Leonhard S

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1,5-Grad-Limit – ohne Wenn und Aber

Wer glaubt, dass uns der Klimawandel Zeit lässt, weil sich die Erde ja sehr langsam erwärmt, irrt. Ein minimaler Anstieg der Erderwärmung über zwei Grad kann genügen. Das Erd-Klimasystem gerät aus dem Gleichgewicht. An so genannten Kipppunkten werden Prozesse ausgelöst, die wir nicht mehr in den Griff bekommen.

Die Zeit ist vorbei, den Kopf in den Sand zu stecken. Schluss mit dem Gerede um den heißen Brei. 1, 5 Grad wie im Pariser Klimaschutzabkommen vereinbart sind das Limit! Bis dahin können Wissenschaftler*innen die Folgen der Erderwärmung abschätzen und nur bis zu dieser Grenze macht Klimaschutz überhaupt noch Sinn.

Gutes Leben für alle!

Eine Welt, die für alle Menschen eine lebenswerte Heimat ist, weil es gerecht zugeht, Frieden herrscht und die Schätze der Erde nicht maßlos geplündert werden – das ist eine Sehnsucht geradezu biblischen Ausmaßes. Doch um nicht mehr oder weniger geht es der Evangelischen Jugend, wenn sie bei allem, was sie tut, fragt: Was würde Jesus dazu sagen oder Wie können alle Menschen gut und dabei nicht auf Kosten anderer oder der Umwelt leben?

Schluss mit dem Leben auf Pump

Wenn das Taschengeld knapp wird, aber noch verdammt viel Monat übrig ist, muss die Bremse angezogen werden. Im Umgang mit der Erde gelingt das der Menschheit noch nicht. In diesem Jahr fiel der Earth-Overshoot-Day auf den 29. Juli. Bereits an diesem Tag hat die Weltbevölkerung das Jahres-Budget an Ressourcen verbraucht und die Aufnahmekapazität der Erde für Treibhausgase überschritten hat. Als hätten wir die Erde nicht einmal, sondern eins-komma-siebenmal. Und dabei geht es auch noch ungerecht zu. Während die USA und Deutschland das Limit schon im Frühjahr überschritten haben, werden arme Länder wie Namibia oder Indonesien sie erst im löetzten Quartal überschritten haben.

Der Earth-Overshoot-Day wird vom Global Footprint Network berechnet und zeigt: Ein Leben auf Pump keine Zukunft hat, denn es ist ungerecht und beraubt kommende Generationen der Lebensgrundlagen.

Eine Frage der Gerechtigkeit

Die überschwemmten Ortschaften und eingestürzte Häuser in Deutschland zeigen: Der Klimawandel ist im vollen Gange und macht auch vor unserer Haustür nicht Halt. Doch längst bedroht der Klimawandel die Menschen in Ländern des so genannten Globalen Südens viel mehr. Ausgerechnet Menschen in Ländern, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen, verlieren bereits heute ihrer Lebensgrundlagen wie das Video zeigt.

Aus diesem Grund betont die Evangelische Jugend unablässig, dass der Schutz des Klimas eine Frage der Gerechtigkeit ist. Das gilt dann auch für das Leben in Deutschland, wo es darauf ankommt, den Klimaschutz und die dafür dringen notwendigen Maßnahmen sozial und generationengerecht zu gestalten.

Das 1,5-Grad-Limit ist im Pariser Klimaabkommen festgeschrieben. Das Erklärvideo unseres Partners Brot für die Welt bringt die wichtigsten Fakten dazu auf den Punkt.

Lautstark für Klimagerechtigkeit

Alle Bemühungen junger Menschen, weniger CO2 auszustoßen, ökofair zu konsumieren und ihren Lebensstil nachhaltig zu gestalten laufen ins Leere, wenn der politische Wille zu grundlegendem Wandel – zu einer großen Transformation fehlt.
Dafür macht sie sich in den eigenen reihen und gegenüber der Politik stark. Zum Beispiel

  • durch ökofaire Beschaffung und die Unterstützung des Fairen Handels,
  • durch Reduktion des Energieverbrauchs und plastikfreie Freizeiten,
  • durch ihr Engagement im Aktionsbündnis Klimaschutz des Bundesumweltministeriums,
  • im Bündnis #AlleFürsKlima.

Mit der aktuellen Social Media Kampagne zur Bundestagswahl macht sie vor allem eins deutlich:
Wer die Stimme junger Menschen will, muss glaubwürdige Politik für den Schutz des Klimas und soziale Gerechtigkeit machen und (nicht nur) jungen Menschen eine Zukunft garantieren.

Mehr erfahren

Links und Downloads


  • Earth-Overshoot-Day: Das Global Footprint Network berechnet ihn und informiert mit Zahlen, Daten, Fakten.
  • Kipppunkte: Die NaturFreunde Deutschlands erklären sie auf ihrer Website.
  • #AlleFürsKlima: In diesem Bündnis ruft die aej zum nächstern Klimastreik am 24. September auf.
  • Stark für's Klima und Gerechtigkeit macht sich die Brot für die Welt Jugend, ein Netzwerk junger Menschen, dem du dich anschließen kannst.
  • Klimawahlcheck - die eigene Einstellung zum Klimaschutz mit den Positionen der großen Parteien vergleichen.

Kontakt

Dr. Veit Laser
Referent für Bildung für nachhaltige Entwicklung
Heike Bartsch
Assistentin für Bildung für nachhaltige Entwicklung

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