Andachten aus Bibel AnDenken
Die Reihe "Bibel AnDenken" erscheint in gemeinsamer Herausgeberschaft der aej mit der Konferenz der Landesjugendpfarrerinnen und Landesjugendpfarrer in der Bundesrepublik Deutschland. Sie bietet Andachtsentwürfe, Materialien für Gruppenstunden und Freizeiten, Lieder, Informationen zur Jahreslosung und Monatssprüchen.
Jesus Christus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben
Andacht August 2026
YOLO, FOMO und ein Leben in Fülle
»We feel disconnected in a highly connected world.« Dieser Satz trifft den Nerv unserer Zeit. Obwohl wir ständig online und erreichbar sind, fühlen sich viele innerlich leer oder irgendwie ... nicht verbunden. Unsere Welt dreht sich schnell. Alles soll besser, schneller, effizienter sein. Und dabei bleibt oft etwas auf der Strecke: das Gefühl, wirklich verbunden zu sein – mit uns selbst, mit anderen, mit der Welt und mit dem, was größer ist als wir.
Die Bibel spricht genau davon:
Dass ein erfülltes Leben echte, tiefe Verbundenheit braucht.
Und zwar auf vier Ebenen:
• Verbundenheit mit dir selbst – zu wissen, wer du bist und was dir wichtig ist.
• Verbundenheit mit anderen Menschen – Freundschaft, Liebe, echtes Miteinander.
• Verbundenheit mit der Natur – zu merken: Ich bin Teil von etwas Größerem.
• Verbundenheit mit Gott – mit dem Ursprung des Lebens, mit dem Sinn.
Wann fühlst du dich wirklich lebendig?
Wann spürst du: Ich bin gerade voll da, voll verbunden?
Ein Mensch, der genau das ausgestrahlt hat, war Jesus. Im Johannesevangelium wird besonders deutlich, wie tief verbunden er war – auf allen vier Ebenen:
Jesus wusste, wer er war. Immer wieder sagt er:
»Ich bin« – »Ich bin das Licht«, »Ich bin die Tür«, »Ich bin der gute Hirte«. Er war sich so sicher in seiner Identität, dass er anderen ganz selbstverständlich dienen konnte. Zum Beispiel, als er sich hinkniete und seinen Freunden die Füße wusch –kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke
aus echter innerer Ruhe.
Jesus lebte Verbundenheit mit anderen auf eine unfassbar liebevolle Art. Er sah in Petrus nicht nur den Hitzkopf, sondern den Fels, auf den man bauen kann. Als Petrus ihn verleugnet hatte, verurteilte Jesus ihn nicht – er stellte nur eine Frage: »Liebst du mich?« Und das heilte.
Maria erkannte ihn am Grab erst, als er sie beim Namen nannte: »Maria«. Nikodemus kam nachts zu Jesus, voller Zweifel. Jesus machte ihm keine Vorwürfe, sondern zeigte ihm: Glaube heißt auch, neu anzufangen – wie ein Kind.
Die Frau am Brunnen hatte eine krasse Lebensgeschichte. Jesus sagte nicht »Was hast du nur getan?«, sondern bot ihr lebendiges Wasser an.
Eine Ehebrecherin, die gesteinigt werden sollte?
Jesus blieb ruhig, malte in den Sand, stellte nur eine Frage: »Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.« Und niemand warf.
So sieht echte Verbindung aus.
Auch zur Natur hatte Jesus eine starke Beziehung. Johannes beschreibt am Anfang seines Evangeliums, dass durch Jesus alles entstanden ist. Die ganze Schöpfung ist durchdrungen von göttlicher Energie – von Gottes DNA, könnte man sagen. Und dann ist da noch die Verbindung mit Gott – die vielleicht tiefste Ebene. Jesus sagt: Vielleicht redet Jesus deshalb so oft in Bildern aus der Natur: Wasser, Licht, Reben, Weinstock – alles Zeichen für das Leben, das er meint.
»Ich bin mit dem Vater verbunden, ihr seid es mit mir, und ich bin es mit euch.« Für ihn war Gott wie ein Vater – ganz nah. Er betete öffentlich,
heilte in Gottes Namen und lebte im ständigen Bewusstsein: Ich bin nicht allein.
Jesus ist also nicht nur ein Vorbild für ein verbundenes Leben – er lädt uns ein, Teil davon zu werden. »Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben – und es in Fülle haben.« Das heißt: echtes Leben, volles Leben, tiefes Leben.
Und es gibt Menschen, die ihm auf diesem Weg gefolgt sind: Franz von Assisi, Teresa von Ávila, Martin Luther King – aber auch ganz normale
Leute wie du und ich. Menschen, die erleben: Mit Jesus geht ein anderes Leben.
Ein Leben, in dem der Satz plötzlich anders klingt:
»We stay connected in a highly disconnected world.«
Landesjugendpfarrer in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Bayern