Wieviel Erde steckt in uns?

Wenn die Welt vollkommen erschaffen wurde, dann sind wir ja Teil einer perfekten Ordnung. Das fühlt sich gut an! Können wir die Welt dann trotzdem zerstören?

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Die Bibel liest sich nicht so nebenbei. Bibellesen ist eine Herausforderung. Audios, Methoden und Fakten wollen euch das Lesen und Entdecken erleichtern. Sie schaffen verschiedene Zugänge zum Text. Schaut selbst und probiert es aus.

  • Audio: Das Audio gibt euch Impulse für die Auseinandersetzung mit dem Text.
  • Methode: Methoden helfen, einen Zugang zum Bibeltext zu finden. Für jeden haben wir eine Methode gewählt. Natürlich könnt ihr fast jede Methode auf jeden anderen Bibeltext anwenden.
  • Fakten: Die Bibel ist kein Buch mit sieben Siegeln und um sie zu verstehen, muss man nicht Theologie studieren. Hintergrundinformationen und Fakten erweitern den Blick.
  1. Ein Kunstwerk schaffen*

    Im 104. Psalm geht es um die Erde als Schöpfung, also Kreativität. Selbstgeschaffene Kunstwerke sind eine gute Möglichkeit, um den Psalm zu näher kennen zu lernen. Wie alles auf dieser Erde, sind diese Kunstwerke zeitlich begrenzt.

    1 Schritt: Gut zu wissen

    Psalmen sind Gebet in Gedichtform. Psalm 104 geht auf den berühmten Sonnengesang des Pharaos Echnaton zurück. Wie alle Psalmen erzeugt auch dieser Bilder. Es sind Bilder von der Erde als Lebensraum, den Menschen mit allen anderen Geschöpfen teilen. Manche sind leicht, manche schwer zugängig. Psalm 104 steht im starken Kontrast zur Bedrohung der Erde durch den menschengemachten Klimawandel. Diese Tatsache lässt sich nicht mit der Freude an dem wunderschönen Gedicht ausblenden. Das Lob der Schöpfung und Sorge um sie gehören zusammen.

    2. Schritt: Den Psalm erkunden

    Der Psalm wird einmal laut vorgelesen. Dann lesen alle den Psalm in der Stille für sich. Einmal, zweimal, dreimal… Nach einer Zeit schreibt jede*r für sich auf, was ihr*ihm beim Lesen durch den Kopf geht – Fragen, Ideen, Assoziationen.

    3. Schritt: Kunstwerke erschaffen

    Die Gruppe kommt zusammen und wird still. jetzt wird der Psalm noch einmal laut vorgelesen. Danach teilt sich die Gruppe in Kleingruppen. Alle Kleingruppen gestalten ein Kunstwerk. Dafür können sie alles nutzen, was sie im Haus und im Freien finden. Wenn sie Naturmaterialien verwenden, sollen sie darauf achten, nichts zu zerstören. Denn alles muss wieder zurückgebracht werden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

    4. Schritt: Die Kunstausstellung

    Alle Kunstwerke werden in der Mitte des Raum ausgestellt. Dann gehen alle von Kunstwerk zu Kunstwerk und schauen ohne zu sprechen. Bei jedem Kunstwerk erzählen die nicht am Kunstwerk Beteiligten, was sie wahrnehmen, welche Assoziationen sie haben. Danach erzählt die Künstler*innengruppe, welche Fragen sie geleitet haben, was sie ausdrücken wollten. Danach gehen alle noch einmal für sich durch den Ausstellungsraum. Sprecht so wenig, wie möglich und wenn, ganz leise.

    5. Schritt: Der Psalm und die Kunstwerke

    Nach dem Rundgang stellen sich alle im Kreis auf. Der Psalm wird noch einmal laut gelesen. Die Teilnehmer*innen kommen ins Gespräch. Welche Gedanken und Bilder vom Psalm finden sie in den Kunstwerken wieder? Welche neuen Perspektiven eröffnen sich? Was kommt nicht vor und warum?

    6. Schritt: Alles zurück an seinen Platz

    Zum Schluss werden alle Kunstwerke fotografiert. Danach werden die Materialien und Gegenstände der Kunstwerke zurück an ihren Ort gebracht.

    Tipp

    An diese Einheit kann sich eine weitere Einheit oder ein Gespräch anschließen, das sich mit Psalm vor dem Hintergrund des Klimawandels auseinandersetzt und nach unserem Verhältnis zur Erde fragt: Wie viel Erde steckt in uns?

    Download

    Die Methode als pdf herunterladen

    *Diese Methode wurde in modifizierter Form entnommen: Astrid Thiele/Rainer Franke: mein Leben und die Bibel. Lebensrelevante Konfi-Arbeit mit erfahrungsorientierten Methoden. Vandenhoek &Rprecht, Göttingen 2019, S. 131 ff.

  2. ► Seele

    Für das biblische Denken im Alten Testament ist die Seele (hebräisch näfäsch) kein lufti-ges, vom Körper losgelöstes Etwas. Im Hebräischen meint näfäsch den lebendigen Wesenskern des Menschen, das, was den Menschen eigentlich ausmacht, sein lebendiges Selbst. Die näfäsch ist das, was den Menschen als körperliches Wesen lebendig macht und ihn so von der unbeleb-ten Natur unterscheidet. Mit seiner näfäsch kann der Mensch Gott im Gebet gegenübertreten, mit Menschen in Kontakt treten und Verantwortung übernehmen. „Leben“ ist oft die treffendste Übersetzung.


    ► Weltbild

    Im Alten Orient stellte man sich Vollkommenheit der Schöpfung ganz bildlich als eine wohlgefügte Ordnung vor. Die kreisrunde Erdscheibe ist von einem Ur-Ozean umgeben, der auch unter- und überirdisch vorhanden ist. Der Himmel ist ein festes Dach, das auf Säulen fest gegründet ist. An ihm sind Sonne, Mond und Sterne als Leuchten am Tage und in der Nacht befestigt.


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Dr. Uwe-Karsten Plisch
Referent für Theologie, Hochschule und Genderpolitik

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