Pressemitteilung 3/2025 Internationaler Tag der Kinderrechte: Klimaschutz ist Kinderschutz
Grafik: aej
Internationaler Tag der Kinderrechte: Klimaschutz ist Kinderschutz
19.11.2025. Zum morgigen Internationalen Tag der Kinderrechte fordert ein breites Bündnis aus 24 Kinder- und Jugendverbänden sowie Kinderrechtsorganisationen die Bundesregierung zu entschlossenem Handeln beim Klimaschutz auf: Bis Ende des Jahres soll ein sozial gerechtes Klimaschutzprogramm beschlossen werden, das die nationalen Klimaziele erreicht und das 1,5-Grad-Ziel ernst nimmt.
Das Bündnis appelliert an die Bundesregierung: “Klimaschutz ist mehr als ein ökologisches Ziel. Klimaschutz ist Kinderschutz. Klimaschutz ist Schutz vor Armut, Ungleichheit und Zukunftsangst. Klimaschutz ist unser Recht und eure Pflicht!” Ohnehin benachteiligte Menschen trifft die Klimakrise am härtesten – ob im Globalen Süden oder in Deutschland. Die Verbände fordern ein Klimaschutzprogramm bis Ende des Jahres, das die Klimaziele bis 2040 erreicht und das 1,5-Grad-Ziel ernst nimmt.
Anne Lütkes, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderhilfswerkes: „Für das gesunde Aufwachsen von Kindern braucht es auch eine gesunde Umwelt. Kinder sind verletzlicher als Erwachsene, wenn sie Umweltbelastungen ausgesetzt sind. Das Bundesverfassungsgericht hat bereits vor Jahren einen neuen Maßstab für Klima- und Grundrechtsschutz gesetzt, indem es feststellte, dass die heute unzureichende Klimaschutzpolitik Freiheits- und Grundrechte von morgen beeinträchtigt. Gerade deshalb muss die deutsche Bundesregierung gemäß den Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention das Recht der Kinder auf eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt wesentlich umfangreicher als bisher in die nationale Gesetzgebung und das politische Handeln aufnehmen.“
Anna-Luisa Jansen, stellvertretende Vorsitzende der Jugendorganisation der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Jugend, über die Forderungen des Bündnisses: Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Zukunft und gesellschaftliche Teilhabe - deshalb fordern wir den Ausbau von Bus und Bahn. Wer den ÖPNV teurer macht, schließt junge Menschen aus und gefährdet das Klima. Wir brauchen faire Ticketpreise: Mobilität darf keine Frage des Geldbeutels sein. Gerade Familien, Schüler*innen und Auszubildende sind auf Bus und Bahn angewiesen, um zur Schule, Ausbildung und Freund*innen fahren zu können. Dabei ist klar: Faire Preise brauchen faire Arbeit. Die Beschäftigten im ÖPNV-Sektor stehen seit Jahren unter immenser Arbeitsbelastung, denn schon jetzt gibt es viel zu viele unbesetzte Stellen. Der Ausbau und die Modernisierung des ÖPNV gehen nur Hand in Hand mit ausreichend Kolleg*innen und guten Arbeitsbedingungen.
Busse und Bahnen fahren nicht von alleine - dafür sorgen Beschäftigte, die seit Jahren unter Druck stehen. Sozial gerechter Klimaschutz bedeutet, dass niemand auf der Strecke bleibt.
Mobilität ist keine Ware - sie ist Daseinsvorsorge und ein Versprechen an die nächste Generation.
Konrad Brakhage, 1. Stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend, ergänzt: “Die Klimakrise betrifft junge Menschen jetzt! Gleichzeitig werden wir in Zukunft viel mehr von Extremwetterereignissen betroffen sein. Junge Menschen müssen in politische Entscheidungsprozesse, die ihr Leben so sehr beeinflussen, einbezogen werden. Deutschland muss mehr tun und bis Ende des Jahres ein Klimaschutzprogramm liefern, dessen Maßnahmen bei Kindern und jungen Menschen ankommen. Dabei ist eine ehrliche Beteiligung junger Menschen unerlässlich! Wir fordern gemeinsam mit allen unterzeichnenden Organisationen eine nachhaltige und verlässliche Finanzierung von Kinder- und Jugendverbänden, sowie Jugendringen, die es ermöglicht, die Stimmen junger Menschen in den Prozessen der Klimapolitik zu stärken.”
Hannover, den 19. November 2025
Martin Weber
Zeichen: 4.325
Zeichnende Verbände:
- Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V.
- Arbeiter-Samariter-Jugend Deutschland
- Bund der Deutschen Katholischen Jugend
- Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUNDjugend)
- Bundesjugendwerk der AWO e.V.
- Brot für die Welt Jugend
- Der Kinderschutzbund Bundesverband e. V.
- Deutsches Kinderhilfswerk e. V.
- Deutsche Schreberjugend Bundesverband e. V.
- Deutsche Wanderjugend im Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine e.V.
- Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft Jugend (EVG-Jugend)
- Fridays for Future Deutschland
- Jugend des Deutschen Alpenvereins
- Johanniter-Jugend
- Katholische Landjugendbewegung Deutschlands e. V.
- Kindernothilfe e. V.
- Landesjugendring Baden-Württemberg e. V.
- NAJU (Naturschutzjugend im NABU)
- Naturfreundejugend Deutschlands e.V.
- Plan International Deutschland e.V.
- SOS-Kinderdörfer weltweit
- Terre des Hommes Deutschland e. V.
- Verband Christlicher Pfadfinder*innen (VCP) e. V.
- Jugendorganisation der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. (ver.di Jugend)
Den Appell mit Übersicht der zeichnenden Organisationen können Sie hier abrufen
Ansprechpartner*innen für Presseanfragen:
Deutsches Kinderhilfswerk, Uwe Kamp, Pressesprecher, Telefon: 030 308693-11, E-Mail: presse(at)dkhw.de
ver.di Jugend, Anna-Luisa Jansen, E-Mail: anna-luisa.jansen(at)verdijugend.org, Mobil: 01516 8454073
Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend, Henrike Lederer, Referentin für Nachhaltige Entwicklung, Telefon: 0511 1215-165, Mail: hl(at)aej-online.de
Die aej vertritt als Dachorganisation die Interessen der Evangelischen Jugend in Deutschland auf Bundesebene. 32 Mitgliedsorganisationen und acht außerordentliche Mitglieder arbeiten hier zusammen. Unter dem Leitbild Orientierung an Christus – Vielfalt als Chance – Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen prägt Evangelische Jugend den persönlichen Glauben an Gott, verwirklicht Gerechtigkeit zwischen Menschen, Geschlechtern und Generationen und zeigt Wege in eine Welt voller Vielfalt auf. Evangelische Jugend schafft Räume für die Partizipation junger Menschen in Kirche, Politik und Gesellschaft und beteiligt sich an allen Entscheidungen, die junge Menschen betreffen.
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