U18-Wahl in Sachsen-Anhalt: Junge Menschen setzen eigene politische Schwerpunkte
Quelle: www.u18.org
Mehr als 3.100 Kinder und Jugendliche haben vor der Landtagswahl ihre Stimme abgegeben
Bei der U18-Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben 3.123 junge Menschen unter 18 Jahren ihre Stimme abgegeben. Vom 24. bis 28. August konnten sie in 57 selbstorganisierten Wahllokalen wählen. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, geben aber einen Einblick in die politischen Präferenzen der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen.
Die Linke erhielt mit 31 Prozent die meisten Stimmen. Es folgen die AfD mit 22,1 Prozent, Bündnis 90/Die Grünen mit 12,7 Prozent, die SPD mit 8,7 Prozent und die CDU mit 6,6 Prozent. Der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) betont, dass die deutliche Mehrheit der Teilnehmenden demokratische Parteien gewählt hat. Zugleich zeige das Ergebnis, dass junge Menschen den derzeit regierenden Parteien weniger zutrauen, Sachsen-Anhalt jugendgerecht zu gestalten (Alle Ergebnisse).
Junge Menschen wollen mitentscheiden
Was junge Menschen politisch bewegt, zeigt ein mehrjähriger Beteiligungsprozess in Sachsen-Anhalt. Ihre Forderungen reichen von einem zuverlässigen und bezahlbaren öffentlichen Nahverkehr über bessere psychotherapeutische Angebote und kostenloses Schulessen bis zu mehr Möglichkeiten, politische Entscheidungen mitzugestalten (Forderungen junger Menschen zur Landtagswahl 2026).
Mit Sorge bewertet der DBJR, dass 22,1 Prozent der Teilnehmenden die AfD gewählt haben. Jugendverbände und Jugendringe sehen darin auch einen Auftrag für ihre eigene Arbeit: Sie wollen junge Menschen erreichen, die für rechtsextreme Positionen offen sind, und brauchen dafür verlässliche öffentliche Unterstützung. Jugendverbände stehen für Demokratie, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und eine solidarische Gesellschaft. Dem steht die AfD unvereinbar gegenüber. Der DBJR fordert deshalb bereits seit 2024, ein Verfahren zur Prüfung der Verfassungswidrigkeit der AfD einzuleiten (Mehr dazu).
Demokratie praktisch erleben
U18 ist eine der größten Initiativen der außerschulischen politischen Jugendbildung in Deutschland. Die Wahllokale werden überwiegend ehrenamtlich von Jugendverbänden, Jugendgruppen und weiteren Engagierten organisiert. Workshops, Diskussionen und Aktionen rund um die Wahl ermöglichen Kindern und Jugendlichen, sich mit politischen Fragen und demokratischen Prozessen auseinanderzusetzen.
Damit macht U18 nicht nur sichtbar, wie junge Menschen wählen. Die Initiative schafft Räume, in denen sie Demokratie selbst erleben und gestalten können.
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