EJHN verabschiedet vier Anträge gegen Rechtsextremismus

Foto: EJHN e.V.

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Die Evangelische Jugend in Hessen und Nassau e.V. hat auf ihrer Vollversammlung vom 27. bis 29. März 2026 in Höchst im Odenwald mehrere Beschlüsse zu Rechtsextremismus, Solidarität und Menschenwürde gefasst. Unter dem Motto „Füreinander und für alle Menschen“ standen klare Positionierungen und konkrete Maßnahmen im Mittelpunkt.

An der Vollversammlung nahmen 107 Delegierte aus den Jugendvertretungen der Dekanate teil. Das Gremium verabschiedete mit großer Mehrheit vier Anträge, die den Umgang mit rechtsextremen Positionen und Akteur*innen im Verband regeln und die eigene Haltung stärken.

Zentral ist eine beschlossene Satzungsänderung: Künftig können Personen von Ämtern ausgeschlossen werden, wenn sie rechtsextremen Organisationen angehören, diese unterstützen oder systematisch menschenverachtend handeln. Über einen Ausschluss entscheidet die Vollversammlung mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit.

Darüber hinaus spricht sich die EJHN für die Prüfung eines Verbotsverfahrens gegen die Alternative für Deutschland aus. In ihrer Positionierung betont sie, dass deren Haltung und politische Praxis nicht mit den Werten der Evangelischen Jugend vereinbar seien. Gleichzeitig fordert sie Kirche und andere Organisationen auf, sich klar zu positionieren und entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Ein weiterer Beschluss betrifft Veranstaltungen: Die EJHN führt eine Ausschlussklausel ein, die es ermöglicht, rechtsextreme oder störende Personen von Veranstaltungen auszuschließen. Zudem bekennt sich der Verband ausdrücklich zum Kirchenasyl und ruft dazu auf, Schutzsuchende sowie Engagierte konsequent zu unterstützen.

Die Beschlüsse knüpfen an bestehende Prozesse und Positionen an. So hatte auch die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej) ihre Mitgliedsverbände dazu aufgefordert, Regelungen zum Umgang mit rechtsextremen Akteur*innen zu prüfen. Die EJHN konkretisiert diesen Auftrag nun auf Landesebene.

Neben den Beschlüssen bot die Vollversammlung Raum für inhaltliche Auseinandersetzung. In Workshops beschäftigten sich die Teilnehmenden unter anderem mit Solidarität, Menschenwürde, Rassismus und Hass im Netz. Die Veranstaltung diente damit zugleich der politischen Bildung und dem Austausch im Verband.

Mit den gefassten Beschlüssen stärkt die EJHN ihren Kurs für eine demokratische, vielfältige und solidarische Jugendarbeit und setzt ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus.

Mehr zur 48. EJHN-Vollversammlung

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